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Schwangerschafts-Mythen: was Eltern jetzt wissen sollten

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In Ratgebern liest man es und Hebammen wissen es sowieso – jede Schwangerschaft ist anders. Dennoch gibt es bestimmte Schwangerschaftsbeschwerden und Begleiterscheinungen, die häufiger und unterschiedlich stark auftreten.

Was werdende Mütter und Väter über die Schwangerschaft wissen sollten

Schwangerschaftsübelkeit:

Insbesondere zu Beginn der Schwangerschaft ist Übelkeit eine häufige Begleiterscheinung. Etwa dreiviertel aller Schwangeren leiden in den ersten drei Monaten an Übelkeit. Bei einigen tritt die Übelkeit nur zu bestimmten Tageszeiten auf (Morgen-Übelkeit), andere klagen den ganzen Tag. Trotzdem sollten sie etwas essen, denn auch ein niedriger Blutzuckerspiegel führt mitunter zu Übelkeit. Werdende Väter sollten in dieser Phase Tee und Zwieback servieren.

Sensibilisiertes Geruchsempfinden:

Der Geruchssinn ist während der Schwangerschaft meist deutlich sensibler. Bei einem verstärkten Geruchssinn verändert sich für Schwangere die Wahrnehmung der Umgebung. Düfte, die unter normalen Umständen als angenehm empfunden werden, können während der Schwangerschaft als belastend wahrgenommen werden. Unangenehme oder intensive Gerüche wie Knoblauch oder Parfum werden als noch stärker empfunden. Abhilfe können geruchsneutrale Kosmetika schaffen, auf jeden Fall aber regelmäßiges Lüften der Wohnung und gemeinsame Spaziergänge an der frischen Luft.

Heißhungerattacken:

Ein gesteigerter Appetit oder veränderte Essgewohnheiten können während der Schwangerschaft auftrete und gelten als sehr bekannte Begleiterscheinung bei einer Schwangerschaft. Es kann sein, dass der Körper so auf den Bedarf bestimmter Nährstoffe reagiert, was sich dann in gesteigertem Appetit für bestimmte Lebensmittel zeigt. Für werdende Väter ist bei der Schlemmerei unbedingt Vorsicht geboten, denn sie werden die zusätzlichen Kilos, die sich durch eine insgesamt veränderte Ernährung innerhalb der Partnerschaft ergeben, nicht so schnell wieder los.

Gefühlsschwankungen:

Eine schwangerschaftsbedingte Veränderung des Hormonaushalts der Frau kann zu emotionalen Schwankungen innerhalb der Schwangerschaft führen. Das kann sich in spontanen Gefühlsausbrüchen oder ungewöhnlich starken Gefühlsschwankungen zeigen. Als Partner kann man in dieser Situation verständnisvoll und fürsorglich reagieren und sich die Gründe für die emotionale Achterbahnfahrt vor Augen führen, um das Gefühlschaos zu verstehen und keine falschen Interpretationen aus dem Verhalten der Partnerin abzuleiten.

Schwangerschaftsdemenz:

Die Hormonschwankungen im Körper der Frau sind auch für die Schwangerschaftsdemenz verantwortlich. Das kann dazu führen, dass die werdende Mutter vergesslich wird. Das beste Mittel, damit umzugehen, ist Humor. Die spätere Stilldemenz ist sehr oft auf die ständige Müdigkeit auf Grund des Schlafmangels zurückzuführen. In dieser Zeit zeigt sich, wie gut die frisch gebackenen Eltern als Team zusammenarbeiten und sich gegenseitig entlasten können.

Urlaub mit Baby im Bauch:

Ein Urlaub in der Schwangerschaft dient vor allem dazu, als Paar zu entspannen und ein paar gemeinsame Erinnerungen für später anzuhäufen. Mit später ist der Stress der Geburt sowie die ersten Monaten nach der Entbindung gemeint. Der Urlaub hilft also, Kraft zu tanken. Flugreisen, die länger als sechs Stunden, dauern sollten jedoch ab der 30. Schwangerschaftswoche wegen erhöhter Thrombosegefahr nicht mehr unternommen werden. Häufig ist für Flugreisen eine Bescheinigung der Frauenärztin vorzuweisen.

Die Geburt:

Es ist heute üblich, dass der nicht schwangere Partner bei der Geburt des Kindes mit anwesend ist. Die werdende Mutter steht im Mittelpunkt. Ihr Wohl und das des Nachwuchses sind wichtig. Man sollte es als Begleitperson nicht persönlich nehmen, wenn einen die Hebamme während der durchschnittlich 13 Stunden spazieren oder essen schickt. Sie sollten Ihren Partner unterstützen und zurückhaltend auf seine Bedürfnisse eingehen. Sobald das Baby geboren ist, verändern sich die Bedürfnisse und viele Dinge aus dem Vorfeld und während der Geburt werden verdrängt oder geraten in Vergessenheit.

Irrtürmer über die Schwangerschaft

Wieviel muss eine schwangere Frau essen?

„Du musst doch jetzt für zwei essen.“ Das hören werdende Mütter häufig. Der höhere Energiebedarf liegt bei etwa 300 Kalorien zusätzlich und entspricht etwa einem Sechstel des normalen Bedarfs. Isst die Schwangere zu wenig oder ist die Ernährung unausgewogen, können später Mangelerscheinungen wie Osteoporose auftreten. Denn das Kind nimmt sich dann an Nährstoffen, was es braucht. Ein Zuviel an Essen belastet durch zusätzliche Gewichtszunahme den ohnehin strapazierten Körper und kann zudem eine Schwangerschaftsdiabetes auslösen.

Alkohol in geringen Maßen ist unproblematisch – stimmt das so?

Alkohol ist während der Schwangerschaft absolut tabu, denn die Leber des Ungeborenen ist noch nicht in der Lage, Alkohol abzubauen. Deshalb sind körperliche Fehlbildungen und geistige Schädigungen möglich.

Der Konsum von Kaffee und schwarzem Tee ist verboten – Wirklich?

Im Gegensatz zum Alkohol sind Kaffee und schwarzer Tee in Maßen für Schwangere erlaubt. Das Koffein beschleunigt den ohnehin schnellen Herzschlag des Ungeborenen zwar zusätzlich und hoher Kaffeekonsum kann zu einer Frühgeburt führen, aber ein bis zwei Tassen am Tag liegen innerhalb der Grenzdosis von 200 Milligramm Koffein pro Tag.

Das Geschlecht lässt sich anhand der Bauchform feststellen?

Nein, das funktioniert nicht. Eine sichere Bestimmung des Geschlechts ist nur über Ultraschall möglich und das allerfrühestens ab der achten Schwangerschaftswoche. Denn erst ab diesem Zeitpunkt entwickeln sich die Geschlechtsorgane. Eine eindeutige Aussage über das Geschlecht kann in der Regel bei der Feindiagnostik zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche getroffen werden. 

Sport gefährdet das Ungeborene – Wahrheit oder Mythos?

Das stimmt so nicht ganz. Zwar wird das Gewebe weicher und schwangere Frauen sollen ohnehin nicht schwer heben, aber ganz auf Sport verzichten sollten Sie auch nicht. Sportarten wie Yoga, Radfahren und Schwimmen sind auch für Schwangere geeignet. Gerade Schwimmen ist eine gute Entlastung für den stark beanspruchten Rücken.

Schwangere sollten nicht in Clubs oder zu Konzerten gehen?

Die Lautstärke von Musik in Clubs oder bei Konzerten macht dem Baby nichts aus, da es durch Bauchdecke und Fruchtwasser bestens abgeschirmt ist. Allerdings sollten Sie sich nicht ins Gewühl stürzen, um Stöße von außen auf den Bauch zu vermeiden.

Fazit

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Sie müssen zwar auf einiges verzichten, wie Alkohol, Zigaretten und ein Stück Erinnerungsvermögen, aber es ist immer noch vieles möglich, um es Ihnen und dem Nachwuchs gut gehen zu lassen. Und für die Partner gilt: seien Sie so geduldig, verständnisvoll und hilfsbereit wie sonst auch.

Quellen

  • Familie: www.familie.de (Abruf: 29.05.2018)
  • Fitmacher: www.fitmacher.de (Abruf: 29.05.2018)
  • Schwanger: www.schwanger.at (Abruf: 29.05.2018)
  • Windeln: www.windeln.de (Abruf: 29.05.2018)
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